Das Netz ist gespannt
Vor der Traubenernte wird die Kirschessigfliege zum Problem. Seit dem Farbumschlag sind Zweigelt und Diolinoir ihr Ziel: dünne Haut, dunkle Farbe, weiche, süsse Beeren.
Der Ablauf ist dann immer derselbe. Sie legt ihre Eier in die reifende Traube, die Larven fressen sich durchs Fruchtfleisch, Saft tritt aus. Die Beere fällt zusammen und riecht nach Essig.
Dagegen haben wir die Abwehrnetze über die Zeilen gespannt. Die Masche ist so fein, dass die Fliege nicht durchkommt, und oben wie unten schliesst das Netz dicht ab, damit sie auch nicht darunter durchschlüpfen kann. Der ganze Schutz besteht damit aus einer mechanischen Barriere, ohne dass wir zu Chemie greifen müssen.

Rebberg «Auf Offenburg», August 2026. Das Netz über den Zeilen mit Zweigelt und Diolinoir.
Das Wetter steht dieses Jahr ohnehin auf unserer Seite. Die Fliege will es feucht, schattig und windgeschützt, bekommen hat sie Hitze, Trockenheit und offenen Himmel. Ihre optimale Entwicklungstemperatur liegt bei rund 25 Grad, ab 30 Grad werden die Männchen vorübergehend steril, und ab 32 Grad legen die Weibchen gar keine Eier mehr. Ein Sommer wie dieser bremst sie also von selbst.
Trotzdem haben wir die Netze aufgehängt. Zum Schutz vor der Kirschessigfliege kommt ein zweiter Vorteil. Die Trauben legen dieses Jahr schnell an Zucker zu, schneller als uns lieb ist, und das Netz dämpft die Sonneneinstrahlung gerade so weit, dass die Reife etwas langsamer vorangeht. Reifeverzögerung an einem Punkt der Saison, an dem wir sie gut gebrauchen können.
Die Trauben haben viel Sonne und sind gesund, und das Netz hält den Druck von aussen ab. Wir hoffen auf einen sehr guten Jahrgang!
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